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IT-Sicherheit

Cyberangriffe treffen Selbstständige und Freiberufler besonders hart

15. September 2026Quelle: it-daily.net

Zusammenfassung

Ärzte, Anwälte und Architekten haben bei Cyberattacken deutlich schlechtere Karten als große Unternehmen. Das zeigt eine aktuelle Studie der HDI Versicherung. Die Schäden sind größer, teurer und treffen oft den guten Ruf. Tags: #Cyber Crime | #Freiberufler | #Selbstständigkeit

Im Detail

Ärzte, Anwälte und Architekten haben bei Cyberattacken deutlich schlechtere Karten als große Unternehmen. Das zeigt eine aktuelle Studie der HDI Versicherung. Die Schäden sind größer, teurer und treffen oft den guten Ruf.

Cyberkriminelle unterscheiden nicht nach Unternehmensgröße, wohl aber die Folgen ihrer Angriffe. Das legt die Cyberstudie 2026 der HDI Versicherung nahe, für die das Marktforschungsinstitut Sirius Campus rund 1.100 Versicherungs- und IT-Verantwortliche aus kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie Selbstständige befragt hat.

Zwar werden Freiberufler nicht häufiger angegriffen als andere Betriebe, richten die Attacken bei ihnen aber deutlich öfter tatsächlichen Schaden an.

Kaum Abwehrchancen für Kleinstbetriebe

Etwa ein Drittel aller Befragten war in den zwei Jahren vor der Umfrage mindestens einmal von einem Cyberangriff betroffen. Insgesamt gelang es 65 Prozent der Angegriffenen, die Attacke ohne Schaden abzuwehren. Bei Selbstständigen und Freiberuflern sank diese Quote auf 52 Prozent. Noch schlechter sieht es bei sogenannten Kammerberufen aus, etwa Ärzten, Rechtsanwälten oder Architekten.

Hier konnten nur 40 Prozent der Angriffe folgenlos abgewehrt werden.

Peter Bertram, Leiter Produktmanagement und Underwriting Cyber bei der HDI Versicherung, erklärt das mit fehlenden IT-Ressourcen: „Kleinstunternehmen, Selbstständige und Freiberufler verfügen häufig nicht über so wirkungsvolle IT-Sicherheitsressourcen wie größere Unternehmen.“ Größere Firmen könnten dagegen oft auf eigene IT-Abteilungen oder spezialisierte Fachkräfte zurückgreifen.

„Entsprechend steigt das Risiko, dass Cyberangriffe spürbare Schäden verursachen“, so Bertram weiter.

Reputationsschäden als teuerste Folge

Über alle Befragten hinweg ist die Betriebsunterbrechung die häufigste Folge eines Cyberangriffs (32 Prozent), gefolgt von gestohlenen Kundendaten (26 Prozent) und Imageschäden (25 Prozent).

Bei Selbstständigen und Freiberuflern fällt die gleiche Schadensstruktur deutlich ausgeprägter aus, am stärksten bei den Kammerberufen. 57 Prozent berichteten von Betriebsunterbrechungen, bei 61 Prozent wurden Kunden- oder Mandantendaten gestohlen oder gelöscht, 63 Prozent erlitten Reputationsschäden. 44 Prozent sahen sich zusätzlich mit Schadenersatzforderungen konfrontiert.

Gerade für Berufe, die stark auf Vertrauen angewiesen sind, etwa Ärzte, Anwälte, Steuerberater oder freiberufliche Ingenieure, wiegen solche Imageschäden besonders schwer. „Vertrauen ist für viele freie Berufe eine zentrale Geschäftsgrundlage“, sagt Bertram.

„Werden vertrauliche Daten entwendet oder wird ein Cybervorfall öffentlich bekannt, kann dies das Verhältnis zu Kunden, Mandanten oder Patienten nachhaltig beeinträchtigen.“

Höhere Kosten, mehr Prävention

Auch finanziell trifft es Freiberufler härter. Während 44 Prozent aller Betroffenen die Kosten ihres letzten Cybervorfalls auf über 10.000 Euro bezifferten, waren es unter Selbstständigen 58 Prozent.

Immerhin wächst das Problembewusstsein. Neben klassischen Schutzmaßnahmen wie Backups, Firewalls oder Mitarbeiterschulungen setzen inzwischen 35 Prozent der Befragten auf eine Cyberversicherung. Bertram rät zu einem möglichst umfassenden Sicherheitskonzept: „Prävention ist der entscheidende Faktor.

Häufig können auf diese Weise Angriffe abgewehrt und Schäden vermieden werden.“ Selbst wenn sich ein Schaden nicht vollständig verhindern lasse, könnten geeignete Schutzmaßnahmen die Folgen und Kosten eines Angriffs spürbar mindern, so Bertram. Deshalb seien in Cyberversicherungen inzwischen meist auch umfangreiche Präventions und Unterstützungsleistungen enthalten.

(red)

Tags: #Cyber Crime | #Freiberufler | #Selbstständigkeit

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