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Arzneimittelverifizierung: Arvato verlagert Systeme in EU-Cloud
Zusammenfassung
Arvato Systems hat nationale Systeme zur Arzneimittelverifizierung für 15 europäische Länder in die Oracle EU Sovereign Cloud verlagert. Über die Systeme prüfen Apotheken, Krankenhäuser und Großhändler die Echtheit von Arzneimittelpackungen. Die Cloud-Infrastruktur soll Betrieb und Skalierung vereinfachen, während Daten und Administration innerhalb der EU bleiben.
Das National Medicines Verification System (NMVS) ist Teil des europäischen […] Der Beitrag Arzneimittelverifizierung: Arvato verlagert Systeme in EU-Cloud erschien zuerst auf mednic.de - News aus Medizin, Digital Health & IT.
Im Detail
Arvato Systems hat nationale Systeme zur Arzneimittelverifizierung für 15 europäische Länder in die Oracle EU Sovereign Cloud verlagert. Über die Systeme prüfen Apotheken, Krankenhäuser und Großhändler die Echtheit von Arzneimittelpackungen. Die Cloud-Infrastruktur soll Betrieb und Skalierung vereinfachen, während Daten und Administration innerhalb der EU bleiben.
Das National Medicines Verification System (NMVS) ist Teil des europäischen Schutzsystems gegen gefälschte Arzneimittel. Hersteller versehen betroffene Arzneimittelpackungen mit einem individuellen Identifikationsmerkmal in einem zweidimensionalen Data-Matrix-Code. Bei der Abgabe wird dieser mit den im nationalen Verifikationssystem gespeicherten Daten abgeglichen.
Stimmt die Kennung mit den hinterlegten Informationen überein, kann die Packung aus dem System ausgebucht und abgegeben werden. Bei einer Auffälligkeit wird ein Alarm ausgelöst und der Vorgang muss überprüft werden. Das Verfahren basiert auf der EU-Fälschungsschutzrichtlinie und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/161, die seit Februar 2019 angewendet wird.
Arzneimittelverifizierung für 15 Länder
Arvato Systems betreibt nach eigenen Angaben entsprechende nationale Verifikationssysteme für 15 europäische Länder. Mehr als 100.000 Einrichtungen des Gesundheitswesens sollen die Systeme nutzen; jährlich werden dem Unternehmen zufolge mehrere hundert Millionen Verifizierungsanfragen verarbeitet.
Bisher liefen für die einzelnen Länder separate lokale Infrastrukturen. Mit der Migration in die Oracle EU Sovereign Cloud will Arvato Entwicklung, Tests und Aktualisierungen stärker zentralisieren und die verfügbaren Rechenressourcen bei Bedarf flexibler skalieren.
Die Datenbanken des Dienstes wurden dafür auf den Oracle Exadata Database Service übertragen. Die Infrastruktur verteilt sich auf die Sovereign-Cloud-Regionen Frankfurt und Madrid. Oracle betreibt diese Regionen getrennt von seinen kommerziellen Cloud-Regionen; Betrieb und Support sind auf in der EU ansässiges Personal von EU-Rechtsträgern beschränkt.
Europäisches System verbindet 28 nationale Plattformen
Die von Arvato betriebenen Systeme sind Teil des European Medicines Verification System (EMVS). Dieses verbindet mittlerweile 28 nationale Verifikationssysteme. Nach Angaben der European Medicines Verification Organisation (EMVO) sind darüber unter anderem mehr als 115.000 öffentliche Apotheken und rund 6.000 Krankenhausapotheken angebunden.
Die nationalen Systeme speichern dabei vor allem die für die Verifikation erforderlichen Produkt- und Serialisierungsdaten sowie ein Protokoll der Transaktionen. Sie sind nicht mit elektronischen Patientenakten gleichzusetzen. Die EU-Verordnung schreibt zudem Schutz- und Zugriffsregeln für die im Verifikationssystem anfallenden Daten vor.
Ob die Migration Performance und Verfügbarkeit tatsächlich in dem von Arvato und Oracle beschriebenen Umfang verbessert, lässt sich aus der Unternehmensmitteilung allein nicht unabhängig bewerten.
Der Wechsel zeigt jedoch, dass auch zentrale Infrastrukturen der Arzneimittelversorgung zunehmend in Cloud-Umgebungen verlagert werden, bei denen Datenresidenz und operative Kontrolle innerhalb der EU ausdrücklich Teil des Architekturkonzepts sind.
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