Software & KI
Kleinunternehmen mit KI stellen schneller ein
Zusammenfassung
Laut einer Gusto-Studie stellen US-Kleinunternehmen nach dem Einsatz von KI im ersten Jahr rund 7 Prozent mehr Personal ein. Tags: #Künstliche Intelligenz | #Unternehmen
Im Detail
Laut einer Gusto-Studie stellen US-Kleinunternehmen nach dem Einsatz von KI im ersten Jahr rund 7 Prozent mehr Personal ein.
Der US-Personalabrechnungsdienstleister Gusto hat eine neue Analyse veröffentlicht, wonach kleine US- Unternehmen, die generative KI einsetzen, im Jahr nach der Einführung schneller Personal aufbauen als vergleichbare Unternehmen, die KI zwar kennen, aber nicht nutzen.
Grundlage ist eine Folgeauswertung der Gusto-eigenen Umfrage „Main Street Meets Machine Learning“ aus dem Jahr 2025 in Kombination mit den Gehaltsabrechnungsdaten der Plattform. Da es sich um eine von einem Anbieter für HR- und Payroll-Software selbst veröffentlichte Studie mit ausschließlich US-Daten handelt, lassen sich die Ergebnisse nicht direkt auf den deutschen Markt übertragen.
Höheres Beschäftigungswachstum bei KI-Nutzung
Für die Analyse wurden 1.593 Unternehmen untersucht, die nach eigenen Angaben generative KI in unterschiedlichem Umfang nutzen, sowie 669 Unternehmen, die KI zwar kannten, aber nicht eingeführt hatten – insgesamt 2.262 Gusto-Kunden mit ausreichend langer Gehaltsabrechnungshistorie.
Als statistisches Verfahren kam eine sogenannte Event-Study-Methode nach Callaway und Sant’Anna zum Einsatz, die Unternehmen mit unterschiedlichem Einführungszeitpunkt miteinander vergleicht. Der Belegschaftszuwachs der KI-Nutzer stieg über die vier Quartale nach der Einführung schrittweise von rund 4,5 auf 6,8 Prozentpunkte gegenüber der Vergleichsgruppe.
Kleinstunternehmen profitieren am stärksten
Am deutlichsten fiel der Effekt bei Unternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten aus: Sie bauten ihre Teams rund 10 Prozent stärker aus als vergleichbare Unternehmen ohne KI-Einsatz – bei einem durchschnittlichen Betrieb mit 9 Beschäftigten entspricht das rechnerisch etwa einer zusätzlichen Stelle innerhalb eines Jahres.
Bei Unternehmen mit 10 bis 24 Beschäftigten war laut Studie dagegen kein messbarer Effekt auf die Beschäftigtenzahl feststellbar; hier verfügten die Betriebe bereits eher über etablierte Prozesse, sodass sich Produktivitätsgewinne möglicherweise anders als über zusätzliche Stellen niederschlagen.
Effekt branchenübergreifend, besonders stark im Gesundheitsbereich
Der Zusammenhang zeigte sich laut Gusto nicht nur in Technologie- oder Dienstleistungsunternehmen, sondern in ähnlicher Form auch in der Produktion sowie bei Restaurants und Dienstleistungsbetrieben.
Besonders ausgeprägt war der Effekt bei kleinen Betrieben im Bereich soziale und gesundheitliche Dienstleistungen: Hier wuchs die Beschäftigung bei KI-Nutzern um rund 19 Prozent stärker als bei vergleichbaren Unternehmen ohne KI-Einsatz, etwa durch zusätzliche Zahnarzthelferinnen und -helfer oder Therapeutinnen und Therapeuten.
Die neu geschaffenen Stellen lagen laut Studie überwiegend im direkten Kunden- beziehungsweise Patientenkontakt, etwa bei Pflegekräften, Lehrkräften, Technikern, Köchinnen und Köchen sowie im Empfangs- und Verwaltungsbereich.
Einschränkungen der Studie für Kleinunternehmen
Gusto weist selbst darauf hin, dass es sich um einen statistischen Zusammenhang und keinen Nachweis eines ursächlichen Effekts handelt: Unternehmen entscheiden selbst, ob und wann sie KI einführen, weshalb sich frühe Anwender in nicht beobachtbaren Merkmalen von anderen Unternehmen unterscheiden könnten.
Zudem stammt die Stichprobe ausschließlich aus Gusto-Kunden, die an der Umfrage teilgenommen haben, und ist damit keine Zufallsstichprobe aller US-Kleinunternehmen; die genauen Größenordnungen dürften sich daher nicht unverändert auf die Gesamtwirtschaft übertragen lassen.
Ein begleitender Anstieg der Löhne wurde laut Gusto nicht beobachtet, was aus Sicht der Autoren dafürspricht, dass Unternehmen tatsächlich zusätzliches Personal einstellen und nicht lediglich bestehende Gehälter erhöhen.
(red)
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