Telematik
E-Rezept in der Pflege: Pilot soll Medienbrüche schließen
Zusammenfassung
Das E-Rezept in der Pflege soll ohne Telefonketten, Fax und unnötige Botenwege auskommen. ehex und die opta data Gruppe bereiten dafür einen Pilotbetrieb vor, der Rezeptanforderung, Ausstellung in der Arztpraxis und Weitergabe an die Apotheke digital miteinander verbindet. Technisch greift die Lösung auf bestehende Standards der Telematikinfrastruktur zurück.
Gerade in der ambulanten Pflege endet die […] Der Beitrag E-Rezept in der Pflege: Pilot soll Medienbrüche schließen erschien zuerst auf mednic.de - News aus Medizin, Digital Health & IT.
Im Detail
Das E-Rezept in der Pflege soll ohne Telefonketten, Fax und unnötige Botenwege auskommen. ehex und die opta data Gruppe bereiten dafür einen Pilotbetrieb vor, der Rezeptanforderung, Ausstellung in der Arztpraxis und Weitergabe an die Apotheke digital miteinander verbindet. Technisch greift die Lösung auf bestehende Standards der Telematikinfrastruktur zurück.
Gerade in der ambulanten Pflege endet die Digitalisierung des E-Rezepts bislang häufig an den Schnittstellen zwischen den Beteiligten. Rezepte werden telefonisch oder per Fax angefordert, Bearbeitungsstände müssen nachgefragt und teilweise Versichertenkarten oder Rezeptinformationen zwischen Pflege, Praxis und Apotheke transportiert werden.
Wie groß der damit verbundene Aufwand sein kann, zeigt eine aktuelle Umfrage des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste (bpa). 1.016 Pflegeeinrichtungen gaben im Durchschnitt 21,6 Stunden organisatorischen Aufwand pro Quartal für das Einlesen und den Transport elektronischer Gesundheitskarten an.
Hochgerechnet auf 26.799 ambulante Dienste und vollstationäre Einrichtungen kommt der Verband einschließlich angenommener Wartezeiten in Arztpraxen auf rund 2,41 Millionen Stunden jährlich. Dabei handelt es sich allerdings um eine Hochrechnung des Verbands und nicht um eine bundesweit gemessene Arbeitszeit.
E-Rezept in der Pflege als durchgängiger Prozess
ehex und opta data setzen an einem angrenzenden Problem an: dem Rezeptmanagement selbst. Pflegekräfte sollen Rezeptanforderungen strukturiert an die behandelnde Praxis übermitteln können. Nach Prüfung und Ausstellung des E-Rezepts wird der zugehörige Token über KIM für die weitere Versorgung bereitgestellt. Gleichzeitig soll der Bearbeitungsstatus für die Beteiligten nachvollziehbar bleiben.
Neu ist dabei weniger die technische Grundlage als deren Zusammenführung zu einem Arbeitsablauf. Die gematik hat bereits standardisierte KIM-Verfahren für Rezeptanforderungen aus Pflegeeinrichtungen sowie für die Übertragung von E-Rezept-Zugriffsinformationen definiert.
Die Rezeptanforderung kann dabei strukturiert als FHIR-Datensatz übertragen und vom empfangenden Primärsystem automatisiert verarbeitet werden. Für den geplanten Piloten entwickelt ehex eine Webanwendung und übernimmt die Anbindung an die Telematikinfrastruktur.
Pflegeeinrichtungen sollen über ein TI-Gateway angebunden werden; Arztpraxis und Apotheke können in ihren jeweiligen Primärsystemen weiterarbeiten. Vorgesehen ist zudem eine Integration in die Pflegesoftware od | care pro von opta data.
Pilot startet in die Praxis
Die Erprobung mit einem ambulanten Pflegedienst, einer Arztpraxis und einer Apotheke wird derzeit vorbereitet. Untersucht werden sollen unter anderem Durchlaufzeiten, vermeidbare Botenfahrten, die Akzeptanz im Pflegealltag und das Zusammenspiel verschiedener Praxis- und Apothekensysteme.
Perspektivisch könnte dafür der TI-2.0-Dienst Proof of Patient Presence (PoPP) eine Rolle spielen, den ehex ebenfalls als spätere Erweiterungsmöglichkeit nennt. PoPP befindet sich jedoch noch in der stufenweisen Einführung.
Der Dienst erzeugt einen kryptografisch gesicherten Nachweis des Versorgungskontexts und soll künftig auch ortsunabhängige Zugriffe auf TI-Anwendungen wie E-Rezept oder ePA ermöglichen.
„Die aktuelle Diskussion zeigt sehr deutlich, dass es nicht genügt, einzelne Bestandteile eines analogen Prozesses zu digitalisieren. entscheidend ist die gesamte Prozesskette.
Genau dort setzen wir an: Wir wollen Pflege, Arztpraxis und Apotheke digital verbinden, ohne für jede beteiligte Organisation neue Insellösungen zu schaffen,“ erläutert Frédéric Naujokat, Geschäftsführer von ehex das Konzept.
ehex (eHealth Experts GmbH) ►
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